Marmorpapier  Das Prinzip des Marmorierens ist schnell erklärt: auf eine eingedickte Flüssigkeit ("Grund" genannt) werden Farben aufgetropft. Diese schwimmen auf der Oberfläche und können mit Nadeln, Kämmen usw. zu Mustern verzogen werden. Nun wird ein Papier aufgelegt, das die Farben ansaugt und die Muster seitenverkehrt abbildet. Die Geschichte des Marmorierens begann vor über tausend Jahren im fernen Osten: japanische Künstler tropften Tusche auf eine Wasseroberfläche und schufen dezent eingefärbte Papiere, die als Schreibgrund für Urkunden und Dokumente Anwendung fanden. Im westlichen Abendland lernte man das Marmorieren erst im ausgehenden Mittelalter als Variante der japanischen Technik kennen: anstatt Wasser und Tusche wurden ein zähflüssiger Schleimgrund und Temperafarben verwendet. Die Muster gewannen dadurch an Farbintensität und waren nicht mehr ganz so zufallsbestimmt. Besonders Buchbinder verwenden diese Marmorpapiere zum Beziehen von Büchern, Mappen, Schachteln etc. Heute nimmt man zum Marmorieren auch Ölfarben und Kleister, die nicht ganz so intensivfarbene und detailscharfe Marmorpapiere ergeben, jedoch leicht und problemlos zu handhaben sind. In den folgenden drei Abschnitten lade ich Sie ein, eine Reise in die Geschichte zu unternehmen und mit Ölfarben, wasserlöslichen Farben und Tusche die faszinierende Welt des Marmorierens zu entdecken.
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