Wachsbatik

 

Sicher kennen Sie die farbenfrohen Batiktücher oder haben schon selber auf Stoff gebatikt. Dagegen ist die Technik des Wachsbatikens auf Papier relativ unbekannt. Batik ist eine Schablonen- bzw. eine Reservierungstechnik: auf Papier wird heißes, flüssiges Wachs aufgebracht. Nach dem Erkalten des Wachses wird das Papier flächig mit durchscheinender transparenter Farbe - Holzbeizen oder Seidenmalfarbe - bestrichen. An den wachsfreien Stellen wird das Papier eingefärbt, vom Wachs perlt die Farbe ab. Hier wird beim fertigen Papier die Papierfarbe zu sehen sein. Nach dem Trocknen der Farbe wird erneut Wachs aufgebracht und mit einer weiteren Transparentfarbe überstrichen. Durch diese zweite Farbe schimmert die erste durch, beide mischen sich zu einer neuen Farbe. Wird zum Beispiel als erste Farbe Gelb aufgetragen und dann mit Blau überstrichen, so erscheint als zweite Farbe nicht Blau sondern Grün - die Mischfarbe aus Gelb und Blau. Wird eine weitere Farbe, z.B. Rot aufgetragen , so erscheint Braun als Mischfarbe von Grün und Rot. Nach dem letzten Färben wird das Papier zwischen Zeitungen gelegt und gebügelt. Das Wachs verflüssigt sich durch die Hitze des Bügeleisens und wird von den Zeitungen aufgesogen.

 

Kerzentropfen

Für Batikpapiere, bei denen das Wachs mittels einer tropfenden Kerze aufgebracht wird, benötigen Sie eine Kerze, Papier, Farben (Holzbeizen oder Seidenmalfarben), Pinsel, ein Bügeleisen und Zeitungen.

 

 

Legen Sie das Papier auf eine Zeitung und halten Sie die brennende Kerze schräg darüber. Das geschmolzene Wachs tropft von der Kerzenspitze aufs Papier und erstarrt zu runden, am Rand haarfein ausgefransten Flecken. Die Fleckenformen verändern ihre Größe, je nachdem ob Sie die Kerze näher ans Papier oder weiter weghalten. Verteilen Sie die Wachsflecken über das ganze Blatt, lassen aber noch genügend Zwischenräume für weitere Tropfen.
Nach wenigen Minuten ist das Wachs erstarrt. Bestreichen Sie nun die Papieroberfläche ganzflächig mit einer hellen Farbe und legen Sie das Papier zum Trocknen aus. Bevor die nächste Wachsschicht aufgetropftwird, muß die Farbe trocken sein. Diese Unterbrechung können Sie mit einer Kaffeepause oder mit der Herstellung eines weiteren Tropfenpapieres überbrücken. Bis Sie dieses betropft und gefärbt haben wird die Farbe des ersten Papieres getrocknet sein; ansonsten Kaffeepause einlegen oder ein drittes Batikpapier beginnen.

Nach dem Auftropfen der zweiten Wachsschicht wird mit einer zweiten Farbe überstrichen. Das kann die gleiche Farbe wie die erste oder auch eine dunklere Farbe sein. Dann wieder trocknen lassen, erneut mit Kerzenwachs betropfen und mit einer dritten, dunkleren Farbe überstreichen. Diesen Vorgang können Sie theoretisch unzählige Male wiederholen, in der Praxis endet man normalerweise nach dem dritten oder vierten Farbauftrag. Danach wird das trockene Papier zwischen Zeitungen gelegt und gebügelt. Wechseln Sie die Zeitungen aus und bügeln Sie weiter, bis das Batikpapier kein Wachs mehr abgibt.

Verschiedene Schichten im gleichen Farbton ergeben dezente Farbigkeit; verschiedene Farben dagegen schaffen kontrastreichere Papiere.

Wenn Sie das Papier mit Klebestreifen auf eine Pappe oder ein Holzbrett heften und schräg halten,können sie Tropfenformen erzeugen, die an Fesselballons im Miniformat erinnern und deren Formen Sie durch verschiedene Schräglagen des Papieres, also durch Änderung des Auftropfwinkels verändern können.

Pinselschwünge

Das Wachs kann auch mit einem Pinsel auf das Papier gebracht werden -Dazu werden Kerzen in einem Topf erhitzt und geschmolzen. Am besten eignet sich ein Wachsschmelzgerät wie es beim Stoffbatiken verwendet wird. Ersatzweise können Sie zwei verschieden große Töpfe ineinanderstellen, den äußeren mit Wasser, den inneren mit Wachs füllen und dieses "Wasserbad" auf der Herdplatte erhitzen. Niemals einen Topf mit Wachs ohne Wasserbad erhitzen, zu hoch erhitztes Wachs kann sich entzünden!


 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Tjanting

Tjanting ist die Bezeichnung für einen kleinen, aus Messing gefertigten Tiegel mit Ausgußröhrchen und Holzstiel mit dem Formen aus Wachs gezeichnet werden können. Das Tjanting wir

d in geschmolzenes Wachs getaucht und vor dem Zeichnen an den Außenwänden mit einem Lappen von Wachs gesäubert. Punkte und Linien lassen sich mit dem Tjanting sehr gut zeichnen.

 

 

Halten Sie beim Zeichnen das Tjanting schräg, damit ausschließlich die Spitze des Ausgußröhrchens das Papier berührt. Punkt- bzw. Strichstärke können durch die Dauer des Aufsetzens und durch Änderung der Zuggeschwindigkeit variiert werden. Der Batikprofi besorgt sich hierzu mehrere Tjantings mit verschiedenen Lochdurchmessern der Ausgußröhrchen. Wenn Sie größere, scharf begrenzte Flächen wünschen, dann zeichnen Sie die Konturlinien mit dem Tjanting und decken die Innenflächen mit dem Pinsel ab.